Schlappbohrschrauber

Samstag, 28. Mai 2016,

13:06

in Prosa/ prose

Im IRC glaubte ich diesen Begriff vorbeiscrollen zu sehen. Zwar hatte ich mich verlesen, aber ich wollte nun wissen: hatte sich schon jemand mit diesem Begriff über mangelnde Werkzeugleistung beklagt?

Sogar Google meinte

"Keine Ergebnisse für Schlappbohrschrauber gefunden"

Irgendwie bin ich leicht enttäuscht über die mangelnde Fantasie der Benutzer pneumatischer oder elektrischer Werkzeuge…

PS: Auch für “Schlappohrschrauber” gab es – bis jetzt – genau null Treffer.

Stammkundschaft und Lieblingsessen

Mittwoch, 20. April 2016,

06:44

in Arbeit/ work, Prosa/ prose

Ich arbeite in einer kleinen Stadt, die zu Recht -dorf am Ende ihres Namens stehen hat.
Heute will ich über zwei Stammkundinnen schreiben.

Vor einigen Jahren erzählte mir Frau R, dass jemand im Supermarkt seinen Hackenporsche mit ihrem vertauscht hatte. Dumm, dass Frau R ihren Hausschlüssel darin hatte. Da ich den Supermarkt mit anderer Stammkundschaft regelmäßig besuchte bot ich ihr an, nach ihrem Hackenporsche zu schauen.
In der Tat sah ich ihn wenige Tage später im Supermarkt stehen. Schnell schrieb ich ein kurze Nachricht auf einen Zettel und steckte ihn in den Hackenporsche.

Bald darauf hatte die Frau R ihr Gefährt und den Schlüssel zurück. Sie sagte zu mir: “Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll!”
Meine Antwort: “Sie können mich ja mal zu ein paar Klitschern[1] einladen.”
Sie darauf: “Das mach ich doch glatt!”

Sie und ihre Tochter habe ich wohl drei Mal darauf angesprochen, aber es blieb bei dem leeren Versprechen.

An diese Episode wurde ich kürzlich erinnert.
Von einem altersgerechten Wohnblock sollte ich eine Fahrt ins Krankenhaus machen. Stammkundin Frau W wohnt dort im Erdgeschoss. Da wir uns gut verstehen und ein Fenster offen stand, rief ich auf gut Glück: “Guten Morgen Frau W!”
Sie antwortete von drinnen: “Ach, der Herr malenki! Einen schönen guten Morgen! Ich mache gerade Klitscher, wollen Sie einen haben?”
Ganz entgegen meiner Gewohnheit, mich im Dienst nirgendwohin einladen zu lassen und mit leicht schlechtem Gewissen wegen des nächsten Fahrgasts sagte ich zu. Die fünf Minuten waren sicher drin.
Frau W ist auch eine herzensgute Frau über 80, die sich seit Jahren liebevoll um ihren behinderten Mann kümmert. Sicherlich freut sie sich über etwas Gesellschaft außer der Reihe - und wer aus ganzem Herzen etwas verschenkt, freut sich oft mehr über das Schenken als der Beschenkte.

Der Klitscher war wirklich köstlich, was ich ihr wiederholt sagte und mich mehrmals dafür bedankte. Einen zweiten packte sie mir noch ein.

[1]
Klitscher, auch Grüne Keulchen, sind ursprünglich ein Arme-Leute-Essen aus dem Erzgebirge. Sie werden hauptsächlich aus rohen geriebenen Kartoffeln gemacht, mit Salz, Kümmel und Zwiebel abgeschmeckt und in Leinöl gebraten.

Albanien-Bericht 13.08. 19:24

Sonntag, 17. August 2014,

22:22

in Reise/ travel, Prosa/ prose

Todays walk: 21,5km. Started with meeting a guy who sat three years in german jails. Then went on a 1.5km descent of 300hm w/o path & continued on a track with three fords. Rest of the day wasn’t as challenging. Saw more mines & several streams being pipelined for a hydropowerplant.

Passed two fascinating villages (some would call them backward). “Mainroad” mostly being a breakneck steep path with fistsized losse stories, partly water running on them, nevertheless charming. Built camp near second of them - Peshk - in a dry riverbed below a typical Albanian bridge: two strong beams of wood, planks across them. Works. Diner I cooked on a fire.

Albanien-Status 12.08.2014 - 19:10

Mittwoch, 13. August 2014,

17:00

in OSM, Reise/ travel, Eigenes/ own stuff, Prosa/ prose

Walked 20km, got a bumpy 4km ride a truck freight which spared me 2km walking. Saw & ate a lot of plums and different berries, saw old graves; an old shepherd with stick & black umbrella against sun, several active & inactive mines, assumingly for chrome. Placed tent with a nice the(…) [SMS is ending, maybe there will come a other one to complete].

Neulich im Café

Montag, 22. April 2013,

22:34

in Alltag/ daily stuff, Prosa/ prose

…bestellte vor mir eine junge Mutti die Getränke der Wahl und zahlte mit Karte. Bei der Eingabe der PIN sprach sie in Zimmerlautstärke mit: “Neun, null, acht, eins.”
Ich sagte: “Ich höre Ihnen interessiert zu!”
Sie: Schaut mich einen Moment verdutzt an und muss lachen. Dazu meint sie: “Die Karte bekommen SIe nicht so leicht wie die PIN!”
:)

Schichtbeginn

Montag, 4. Februar 2013,

20:22

in Alltag/ daily stuff, Arbeit/ work, Prosa/ prose

Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss, drehe ihn herum - piiiep piiiep piiiep!
“Kühlmittel prüfen! Handbuch!” begrüßt mich die Multifunktionsanzeige.¹

Wenigstens hat mir eine freundliche Seele für meine Erkältung etwas Medizin im Wagen deponiert.
Ich greife in den Beutel - in dem alles klebt. Die Hustensaftflasche ist nicht dicht…

Der erste Anruf. Bloß gut, dass ich fast keine Stimme habe.
“Können Sie mich jetzt von A-Stadt nach B-Stadt fahren?”
“In etwa vierzig Minuten ginge das.”
“Aber Ihr Chef hat gesagt, Sie seien bis elf frei!”
“Um elf Uhr muss ich in X-Dorf sein. Das ist nicht zu schaffen, wenn ich vorher noch nach A-Stadt komme, um Sie nach B-Stadt zu befördern!” krächze ich.²
“*murmel, murmel*”

Ich fahre los Richtung X-Dorf. Nach vier Kilometern ruft der Gasthof aus X-Dorf an:
“Ihr Fahrgast möchte erst um zwölf geholt werden, ist das möglich?”

Ich kehre also um - und stelle am Taxistand fest, dass von dem Hustensaft auch der Beifahrersetz klebt.

Nein, das Lenkrad habe ich (noch) nicht durchgebissen.
*Seufz*

¹ Man würde ja vermuten, dass VW bei der Scheckheftpflege nach dem Kühlmittelstand schaut. Tun sie aber nicht.
Als erfahrener VW-Neuwagenfahrer ignoriert man diese Warnung in der kalten Jahreszeit halt.
² Weshalb muss ich eigentlich Leuten, die es nichts angeht, meinen Fahrplan vorbeten?

Arm

Freitag, 24. Juni 2011,

07:41

in Alltag/ daily stuff, Prosa/ prose

Abends, zwischen fünf und sechs.
Ein Kind, zehn Jahre, mit einem Schulranzen auf dem Rücken.
Eine alte Frau mit Stock nähert sich, will in den kleinen Supermarkt.

Das Kind fragt die Frau, ob sie ihm Geld geben könne um Essen zu kaufen, zwei Euro genügen.
Die Frau meint, von mir kriegst du nichts.
Das Kind folgt der Frau in den Markt.
Die Frau fragt, warum läufst du hinter mir her?
“Sie kaufen mir bestimmt etwas zu essen!”

Die Verkäuferin sagt, die war doch vorhin schon hier, wollte Brot für ihre Mutter.

Deutschland, 2011

Sonnig kalter Tag

Freitag, 6. Mai 2011,

13:20

in Alltag/ daily stuff, Prosa/ prose

Nach langen grauen Tagen zum ersten Mal blauer Himmel.
Die Luft ist kalt, klar, frisch.
Vor der Sparkasse ein Häufchen Menschen im Sonnenlicht.
In ihrer Mitte ein Stuhl.
Eine Person darauf, zusammengesunken, mit einer Wolldecke.
Minuten später ein Rettungswagen, ein Notarzt.



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